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16. Dezember 2004 -

Die Fakten sprechen für sich - das Land Tirol schweigt; im Landtag erklärt der Landtagsvizepräsident und Obmann des Tiroler Bauernbundes, der seit 1986 im Tiroler Landtag "sitzt" und daher für die heutige Situation voll mitverantwortlich ist (durch's Handaufhalten zum falschen Zeitpunkt oder durch's politisch beliebte "Wegschauen" statt dem wichtigen "Hinschauen"):

... und wenn i schaug in vomp, von verkehr moan i selber, in vomp haben mir also 52.000 fahrzeuge. und wenn i dann hernimm, wir haben in europa autobahnen genug, wo über 100.000 fahrzeuge fahrn. wir haben in wien auf der praterbrücke einen täglichn verkehr von 154.000 fahrzeuge." (Originalton Anton Steixner). Anmerkung: Die Praterbrücke mitten im "Wiener Gebirgstal" wird wohl gemeint sein ...

... "und da hunn i mir des genau ungschaug mit der luftbelaschtung. die schlechteste luft in letschtn jahr in österreich hamma in graz ghabt." (Originalton Anton Steixner). Anmerkung: Weil's dort in Graz wenig Transit-Lkw gibt, gibt's eben auch keinen 100 m breiten Sanierungsstreifen wegen wiederkehrender N0x-Grenzwertüberschreitungen; aber macht ja nichts, für seine Kolleginnen und Kollegen im Tiroler Landtag wird's wohl gereicht haben, wenn man PM10 mit N0x verwechselt ...

Und kommt zum demokratiepolitisch überaus logischen und feinen Schluss:

... "und die mehrheit der EU-Bürger, iatz mecht i den satz no sagn, die mehrheit der EU-Bürger, lebt mit einer schlechteren luft wia mir sie in tirol haben. des muas man a amol sagn. nur red keiner in diesen gebieten." (Originalton Anton Steixner). Anmerkung: Also hören wir endlich auf, darüber zu "reden", denn dann verschwinden die Schadstoffe von selbst und unsere Kinder brauchen keinen Arzt mehr. 1.500 Tiroler Ärztinnen und Ärzte, die sich für dringend notwendige "Reduktionen der massiven Gesundheitsbelastungen vor allem vom Lkw-Transit" - wo gibt es noch derart belastete alpine Täler wie das Inn-, Wipp- und Eisacktal - aussprechen, werden wohl genauso irren wie sich sämtliche Landes-, Bundes- und EU-Politiker seit Jahren irren, die sich mit Bahnverlagerung, Kostenwahrheit etc. befassen...

So eine "Diskussion" mit dem Verweis, dass es in Flachländern noch mehr Verkehr gibt und halt keiner darüber "redet", habe ich im Jahr 1987 erlebt. Damals hat NR Karl Pischl in Vomp auch gemeint, dass es woanders in der Welt noch schlechter sei und wurde davon gejagt. Wir wollen Vorreiter sein und uns nicht Jahr für Jahr eine neue Region suchen, "wo es halt eh noch schlechter ist, als bei uns". Wir sind das "Herz der Alpen" und wir leben dieses Herz. Für uns selbst, unsere Kinder, unsere Betriebe und unsere Gäste.

Nett, wenn jemand in der Funktion eines Landtagsvizepräsidenten von Tirol - wo im Jahr 2004 rund 2 Millionen Transit-Lkw statt der im Beitrittsvertrag vereinbarten 900.000 (Basisjahr 1991) durch Inn- und Wipptal rollen - nun zumindest weiß, dass es in Österreich an verschiedenen Straßen Zählstellen für Kraftfahrzeuge gibt. Weniger nett allerdings, wenn derselbe Herr dann meint, Lärm- und Schadstoffbelastung hängen mit diesen Zählergebnissen zusammen und nach fast 20-jähriger Transitdiskussion den Unterschied zwischen Flachland und Gebirgsland nicht kennt.

Wir wollen hoffen, dass er nun nicht wieder 18 Jahre braucht, um sich das "ganz genau unzuschaugn" und dann im Jahr 2022 dem Tiroler Landtag in seiner Rede zu berichten. Dann gibt es im Tiroler Inntal keinen einzigen Bauern mehr, wenn er in der Geschwindigkeit weitermacht.

Wir lassen die Bilder vom 16. Dezember 2004 sprechen - in diesem Inntal müssen wir leben und wirtschaften; es soll auch noch Tourismus und Landwirtschaft geben. Wenn nicht gegengesteuert wird, nicht mehr lange. Mehr zu diesem Bauernschwank (samt aufbereitetem Originaltext) im Neuen Jahr.

Fritz Gurgiser, Obmann

8. Dezember 2004

Schreiben an Tiroler Landesregierung (Volltext in: www.transitforum.at ).

Die Mitglieder der Tiroler Landesregierung werden heute aufgefordert, das seit 1.11.2004 um 2 Stunden verlängerte Nachtfahrverbot nach IG-Luft entweder zu exekutieren oder zurückzunehmen und den alten Zustand wieder herzustellen (Nachtfahrverbot 22.00 bis 05.00 Uhr und keine Ausnahme von Euro 4-Fahrzeugen, die seit Oktober 2004 lieferbar sind).

Begründung:

1)  Die Tiroler Landesregierung hat derzeit die Möglichkeit, durch Beiziehung eines Juristen zu den Kontrollen Sicherheitsleistungen von bis zu € 2.180,00 pro Übertretung einzuheben (vgl. Schreiben an Dr. Hansjörg Constantini, die Bezirkshauptmannschaften Kufstein, Schwaz und Innsbruck sowie die Bundesgendarmerie vom 19.11.2004).

2)  Diese Möglichkeiten werden nicht genützt, man versteckt sich hinter rechtlich nicht haltbaren selbstgestrickten Schutzbehauptungen und jammert in der Öffentlichkeit herum, dass man die eigene Verordnung nicht exekutieren kann (das hätte man sich auch vorher überlegen können).

3)  Die Tiroler Landesregierung schafft daher „beste Voraussetzungen“ für den Verfassungsgerichtshof, diese Verordnung rasch aufzuheben; noch dazu, wo man gleich eine ganze Fahrzeugkategorie vom Fahrverbot ausgenommen hat (Euro 4), ohne überhaupt zu wissen, welchen Schadstoffausstoß diese Fahrzeuge in der Praxis haben. Allerdings im vollen Wissen, dass innerhalb von 1 – 2 Jahren der größte Teil der int. Transitflotte auf Euro 4 umgerüstet ist und dann das Nachtfahrverbot ad absurdum führt.

4)  Die Tiroler Landesregierung setzt mit jedem Tag der Verzögerung den Tatbestand der „unumkehrbaren Gesundheitsbelastung“ der entlang der A 12 Inntalautobahn wohnenden Bevölkerung einerseits sowie der Missachtung der Vorgaben des Immissionsschutz-Gesetzes Luft in der geltenden Fassung andererseits.

5)  Die Tiroler Landesregierung setzt sich daher den Vorwurf aus, diese Verordnung nur deshalb erlassen zu haben, um der Bevölkerung „Aktivität in der Transitfrage vorzugaukeln“, realpolitisch aber darauf zu hoffen, dass der Verfassungsgerichtshof die Verordnung rasch kippen wird, damit die internationale Transitflotte weiter ungehindert über den Brenner rollen kann.

6)  Deshalb unsere Aufforderung an den für das Immissionsschutzgesetz Luft zuständigen Landeshauptmann sowie seinen Verkehrsreferenten, diese Verordnung rasch zu sanieren und entsprechend zu exekutieren oder sie in dieser als verfassungswidrig äußerst bedenklichen Form zurückzunehmen und sich etwas intelligenteres einfallen zu lassen. Und sich eine absehbare „selbstverschuldete Blamage“ zu ersparen.

     

Bildmaterial: Handel/tfA-Volders

Die "Schadstoffsuppe" über dem Inntal, über der "Alpenkonventionsstadt Innsbruck" beweist einmal mehr die Richtigkeit dieser Forderung im Interesse Tausender Menschen; im Interesse aber auch der Wirtschaft, die gesunde und nicht kranke Mitarbeiter braucht.

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17. - 19. November 2004

Innsbruck, 14. November 2004, Offener Brief an den Tiroler Landtag (Volltext ab 16. November 2004 in www.transitforum.at).

Tiroler Landtag zum EINMISCHEN in die Inaktivitäten der Tiroler Landesregierung aufgefordert:

Damit der Tiroler Landtag – angesichts von 86 Tiroler Sanierungsgemeinden, über 9 Millionen m2 Sanierungsstreifen entlang der A 12 von Kundl bis Ampass, damit der über 370.000 Tirolerinnen und Tirolern, davon über 80.000 Kinder und Jugendliche (0 – 19 Jahren) – sich auch mit wichtigen Themen auseinandersetzen kann, appellieren wir heute an die sehr geehrten Damen und Herren des Tiroler Landtages,

sich in der Transitfrage nicht länger von der Tiroler Landesregierung „an der Nase herumführen zu lassen“ und „sich vehement in die Belange der Tiroler Landesregierung einzumischen“, damit

a)   Gesundheitsinteressen der Tiroler Bevölkerung, vor allem der Opfer des Transits – unserer Kinder – erstrangig behandelt und respektiert werden,

b)   Standortinteressen der Betriebe in den Sanierungsbetrieben samt ihrer Tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Vorrang vor „freien Müll-, Schrott-, Abfall- und sonstigen Transitfahrten" erhalten,

c)   Gesundheitsuntersuchungen von unserem Steuergeld im Gegenwert eines besseren Dienstwagens mit der gleichen Sorgfalt bezahlt werden, wie verlorene Zuschüsse in Brennertunnelplanungen, Geleisverlegungen, defizitären Landesausstellungen, defizitären Festspielen, Bodenabschleifungen am "Roten Platz" vor dem Bahnhof etc. investiert werden,

d)   die Investitionen des Steuerzahlers seit 1989 in die Eisenbahnstrecke über den Brenner nicht verloren sind (derzeit Auslastungsminus von - 75 % bei den Rollenden Landstraßen) und

e)   damit das Baustellensyndrom des Landeshauptmannes auf ein Maß reduziert wird, welches keinen weiteren Schaden durch mehr Verkehr nach und durch Tirol anrichten kann.

PS: Vielleicht könnte man der Dringlichkeit dadurch den notwendigen Stellenwert einräumen, in dem man nach Punkt 1 der Tagesordnung – der weltbewegenden und landespolitisch wirklich wichtigen Auseinandersetzung über die Tiroler Landeshymne (interessant wird, ob es um die ursprünglichen 6 Strophen oder doch um die seit 29.10.04 aktualisierte Fassung mit 32 Strophen gehen wird) – diese Transitfrage als Punkt 2 einfügt.

Mehr dazu in: www.transitforum.at

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29.10.04 - EINMISCHEN am 29.10.04, 13.00 - 20.00 Uhr

Bürgerversammlung und Informationsveranstaltung:

Eine gemeinsame Veranstaltung des Transitforum Austria-Tirol mit Ärzten, ATA (Alpentransit Außerfern), ATO (Anti Transit Oberland), BI Kaufmannstraße, BI Verkehr 2000 Kundl, Bluatschink, Dachverband für Natur- und Umweltschutz in Südtirol, DAV, Lärmschutzkomitee Terfens, Mütter gegen Transit, OeAV, PPP – Plattform Pro Pustertal, tfA-Gruppen Buch bei Jenbach, Kramsach/Münster, Volders, Transitinitiative Südtirol, Verein Fahrgast Österreich und anderer

Programm auf der Seite "EINMISCHEN".

Schweigen bedeutet Zustimmung - Nichteinmischen bedeutet Akzeptieren.

Schauen Sie vorbei, es lohnt sich, helfen Sie uns – unsere Kinder brauchen eine gesunde, intakte Umwelt und verdienen es nicht, in Sanierungsgebieten aufzuwachsen. Ebenso unsere Betriebe in den engen Tälern - ob in Gewerbe, Industrie, Landwirtschaft oder Tourismus.

Wer schweigt und sich nicht einmischt, nimmt unseren Kindern ihr Erbe - ihren ureigensten Lebens- und Wirtschaftsraum mitten im Herz der Alpen.

Weitere Details in: www.transitforum.at